The Real China Experience

我的生活在中国

Boden

In China benutzen fast alle Steinboden bzw. Keramikfliesen anstelle von Teppich oder Laminat. Schlafzimmer sind dann eher so die Ausnahme und da gibt es dann schon öfter mal Laminat oder gleich richtiges Parkett. Ich persönlich finde Steinboden ganz gut, weil er nunmal unverwüstlich ist und sich einfach säubern lässt. Zur Not kann da auch mal was verschüttet werden und es macht im Prinzip nichts aus. In der Wohnung, in welcher wir jetzt noch zur Miete wohnen, hat der Vermieter Hochglanz (!) Laminat verlegen lassen und das ist einfach das Dümmste, was man machen kann. Jeder kleine Schritt und jedes kleine Verrücken eines Möbelgegenstandes verursacht gleich Kratzer. Ein bisschen Wasser verschütten und schon quillt das Holz auf. Selbst normales Laufen mit Hausschuhen macht gewisse Stellen einfach irgendwann matt. Es ist einfach super dumm.

Deswegen möchten wir überwiegend Steinboden usen und im Schlafzimmer haben wir immerhin mattes Laminat mit einer schön unübersichtlichen Holzstruktur, wo man Kratzer oder dergleichen nicht gleich sieht. Der Holzboden kommt als letztes rein, aber hier schon einmal ein paar Bilder von den Fliesen.

Mein Büro mit grauen Keramikfliesen (600 x 600 mm). Hätte ich eigentlich gerne noch dunkler gehabt, aber naja. Irgendwie sah das im Laden ein klein wenig anders aus. Bei genauerem Hinsehen bemerkt man auch eine art 3D Struktur auf den Fliesen. Gefällt mir persönlich ganz gut.

Wohnzimmer und Küche. Hellgraue Keramikfliesen (800 x 800 mm). War das Hellste, was wir so fanden. Wir wollten unbedingt matt und nicht hochglänzende Fliesen und da gabs dann irgendwie nicht soviel Auswahl. Ursprünglich wollten wir ja weiß mit einer gaaaanz dezenten Marmorstruktur. Aber „dezent“ geht in China leider nicht. Ständig will man einem hier super cheezy und übertriebene Marmorfliesen anbieten, wie sie selbst König Ludwig II. schon zu cheezy und altmodisch fand. Aber naja, chinesische Raumaustattung ist sowieso nochmal einen extra Beitrag wert.

 

Im Badezimmer ist der Boden leider noch nicht drin, da erst ein Test gemacht werden muss, um die Dichtheit festzustellen. Dazu wurde der Boden blau angemalt und dann das ganze Bad mit 10 cm hoch Wasser geflutet. Wenn dann nix beim Nachbar unten durch die Decke kommt, dann kann es ans Fliesenverlegen gehen. Aber, auf dem Bild sieht man immerhin schön die fertige Wand. Weiße, matte Fliesen ohne Schnickschnack (300 x 600 mm) – das war zwar einfach zu finden, aber jeder Laden schüttelte den Kopf, dass wir sowas in unserer Wohnung haben wollen. Der leere Platz oben ist frei, weil da noch eine Decke reinkommt, die dann natürlich die Rohre verdeckt, sowie Abzug und Lampe beinhaltet.


Da, wo verschiedene Fliesen aufeinandertreffen gibt es natürlich noch Trennsteine. Bei uns ganz einfache in schwarz ohne irgendwelche herausragenden Eigenschaften. So muss das sein.

Rohrverlegung

Aus Bequemlichkeitsgründen ließen wir ja ein paar Steckdosen umverlegen. Hinter dem Fernseher z. B. brauche ich wesentlich mehr, als ursprünglich vorhanden waren. Des Weiteren ist ein Ethernet / Internetanschluss mittlerweile auch ziemlich wichtig. In meinem Büro das gleiche; viele Steckdosen, Internet, etc. Lichtschalter wurden bei der Gelegenheit auch gleich ein klein wenig umverlegt.

Die Wasserrohre wurden ausgetauscht, damit da auch gute Qualität drin ist und nicht irgendwann etwas ausläuft und unserem Nachbarn unter uns die Decke versaut. Denn dann müssten wir deren Renovierung bezahlen, was wir natürlich nicht wollen. Die Rohre sind von „Hydro Plast“, was angeblich gute deutsche Wertarbeit ist. Ob sie allerdings echt sind kann ich natürlich nicht sagen. Immerhin fühlten sie sich stabil an, sahen gut aus und auch die Verbindungsstücke fühlten sich robust an. Als alles fertig war kam sogar jemand von Hydro Plast und hat alles auf seine Richtigkeit geprüft und gleich sicher gestellt, dass auch alles dicht ist. Nun werden die Rohre im Prinzip nur noch verspachtelt und dann kommt auch schon der Boden rein.

Startschuss Ausbauarbeiten

Da unsere Wohnung nur ein simpler Betonklotz ist und man darin natürlich nicht leben kann, haben wir eine sogenannte „Decoration Company“ bestellt. Hierzu muss irgendwann mal noch ein extra Beitrag her, da das teilweise schon alles ein bisschen komisch und anders ist in China. Aber naja, letzte Woche unterschrieben wir den Vertrag mit der Firma, bezahlten die erste Anzahlung und dann ging es auch schon los mit dem Ausbau der Wohnung. Lustig war, dass wir nach Unterschreiben des Vertrages auch 3 mal auf eine fette Trommel schlagen mussten, damit die Ausbauarbeiten von gutem Glück gesegnet sind. Danach gab es Applaus von den Mitarbeitern. Sollte man in Deutschland im Obi evtl. auch einführen…

Ich denke Bilder sprechen immer mehr als tausend Worte (oder hundert chinesische Schriftzeichen) von daher, auf geht’s:

Hier erst einmal die Außenansicht unseres Wohnblockes. Hatte ich noch gar nicht dran gedacht, das zu fotografieren. Wie man sieht, sind die Häuser in einem schönen Pink gehalten, weil… ja warum auch nicht? Aber ich habe lieber außen Pink, als in meinem Zimmer, von daher kein Problem.




An einem schönen Samstagmorgen verabredeten wir uns mit der Decoration Company in unserer Wohnung, um die Arbeiten offiziell zu beginnen und Dinge wie Steckdosenpositionen, zu erledigende Arbeiten, etc. zu besprechen. Es kamen ein paar Mitarbeiter inklusive unserem offiziellen „Designer“ und es wurde wild diskutiert. Ich verstand natürlich kein Wort.

Ein bisschen lustig wurde es, als sie einen Tisch aufbauten und darauf ein paar Dosen Wang Lao Ji (王老吉), eine Art Kräutertee, pyramidenförmig stapelten. Auf dem Banner vorne steht Kai Gong Da Ji (开工大吉) was vermutlich soviel bedeutet wie „Viel Glück für die beginnenden Arbeiten“. Es wurden noch einmal random Zettel unterschrieben, ein paar Konfettibomben gezündet und für ein Foto posiert. Ich war etwas überrascht ob der offiziellen und glücksbringenden Zeremonie, da wir ja wirklich nur das Nötigste machen in unserer Wohnung und es keine Großbaustelle ist. Aber gut, ich mag mich nicht beschweren, lustig war es allemal. xD




Der erste Schritt war das professionelle Abkleben des Fahrstuhles, Hausflures, sowie unserer Wohnungstür, um etwaige Schäden durch Bauarbeiten zu vermeiden. Natürlich ist auf der Folie dann direkt Werbung für die Firma, was ich persönlich ganz nett finde. 


Heute haben wir die Wohnung noch einmal besucht und die Handwerker waren schon kräftig am Werkeln. Dass hier Profis am Werk sind, sieht man direkt bei den Baustellen-Sicherheitshinweisen, die großzügig an die Wand gepappt werden. Man fühlt sich in der Tat wie auf einer Großbaustelle, wo „alles seine Ordnung haben muss“. Ich denke ja kaum, dass die jeden Morgen vor Arbeitsbeginn innig studiert werden, aber naja, mir soll’s recht sein.

Hier sieht man nun endlich mal die eigentlichen Arbeiten. Wände und Böden werden aufgekloppt, bzw. sogar professionell aufgesägt, um Platz für Stromkabel und Steckdosen zu schaffen. Wir haben nun an der Wand, wo der Fernseher hinkommt einen wirklich netten Kabelkanal in der Wand, sowie einen Ethernet anschluss für etwaige Streaming-Dinge. So einen Rohbau selbst auszustatten hat halt schon echt Vorteile. Des Weiteren kann man in dem Stadium auch noch den Verlauf des Wassers innerhalb der Wohnung abändern, sofern gewünscht. Bei uns verändert sich nicht viel, außer, dass die Rohre noch mit Qualität aus Germany ausgetauscht werden.



Hier ein Bild unseres ehemaligen „Hua Yuan“, welches nun mein Büro wird. Die Erhöhung im Boden ist raus, weird Isolation wurde von den Wänden gekloppt und nun fehlt nur noch ein Fenster. Platz für Steckdosen wurde auch schon rausgekloppt und was die grüne Farbe auf dem Boden soll weiß ich gar nicht.

Wohnungssuche in China

Als wir so die letzten Monate auf Wohnungssuche in China waren, fielen mir da noch so ein paar Eigenheiten auf.

„Gärten“ in Wohnungen

Bei vielen Wohnungen sah ich auf dem Grundriss ein Zimmer, wo dann „Hua Yuan“ (花园) stand. Die Hälfte des Zimmers waren Steine oder Fliesen und die andere Hälfte dann Grünzeug. Bei der Wohnungssuche sah ich die Zimmer dann mal in echt und es ist praktisch ein offenes Zimmer, ohne Fenster. Also die Aussparung für ein Fenster ist da, aber es ist kein Fenster drin. In der Mitte des Raumes steht dann auch einfach ein Zaun. Hinter dem Zaun ist der Raum manchmal ca. 35 cm erhöht. Es ist einfach sehr komisch und natürlich auch kein richtiger Balkon. Eher so eine Art Miniterrasse… mitten in der Wohnung.

So zum Beispiel:

Als ich das das erste Mal sah, dachte ich nur: „Na sowas?“. Die Immobilienmakler sagten uns dann auch immer ganz freudestrahlend: „Ja, dieser Raum ist für Sie kostenlos. Dort können Sie dann ein normales Zimmer draus machen. Einfach Fenster rein.“. Es stellte sich also heraus, dass das die Firmen, welche die Häuser bauen, machen, um Steuern zu sparen, da es nicht als „bewohnbare Fläche“ gilt. Diese Schlingel! So reissen die meisten Chinesen also den Zaun und die Erhöhung im Zimmer ab und installieren ein Fenster, um einen weiteren Raum zu haben. So richtig als „Garten“ nutzt das natürlich kein Mensch. Natürlich hat auch unsere Wohnung so etwas und da die Ausbauarbeiten schon begonnen haben (dazu noch etwas mehr irgendwann) haben sie den ganzen Scheiß auch schon abgerissen. Fenster ist bestellt und kommt in ca. 1 Woche dann rein.

Wohnungen in der Mitte eines Häuserblocks

Da wir natürlich auch auf unser Geld achten mussten und wollten, schauten wir uns auch Wohnungen an, die nicht an der Seite eines Hauses sind. Im Moment wohnen wir ja an der Seite, was bedeutet, dass wir nach Norden, Süden und Westen Fenster und „freie Sicht“ haben. Es gibt aber auch Wohnungen, die in der Mitte eines Hauses sind, zwischen zwei Seitenwohnungen. Die haben theoretisch nur nach Norden (oder Süden) Fenster und somit Tageslicht. Was machen clevere Architekten also? Sie machen auch auf der anderen Seite Fenster rein, was natürlich zur Folge hat, dass man in den Hausflur des Hauses schaut. Als ich das das erste Mal sah, dachte ich nur: „Na sowas?“. Damit aber Tageslicht reinkommt, ist der Hausflur natürlich „offen“ und man kann durch den Hausflur schauen. Aber die Aussicht ist trotzdem bescheiden.

So zum Beispiel (mit diesem „Hua Yuan“ sogar):

Ich konnte leider nie gescheit Fotos davon machen, da wir die Wohnungen immer bei Nacht anschauten. Was ihr hinter dem Zaun seht ist der Rest des Zimmers, dann kommt Hausflur, dann kommt die Öffnung im Hausflur. Man schaut also quer durch den Hausflur und sieht alle Leute, die da so rumlaufen. Andersrum schauen natürlich alle Leute einfach in dein Zimmer, etc. Und die Aussicht ist natürlich, also… auch wenn immerhin Tageslicht reinkommt, ist es dennoch eine bekackte Aussicht. Ich bin froh, dass wir nicht zu so einer Wohnung greifen mussten.

Aussicht

Eine „schöne Aussicht“ zu haben ist natürlich auch wieder so eine Sache. Im Moment wohnen wir in einem recht alten Haus. In dieser „Gated Community“ oder „Xiao Qu“ (小区) wie es die Chinesen nennen, stehen nur ein paar Häuser. Vor allem stehen sie relativ weit außeinander. In neueren Wohngegenden ist der Platz anscheinend ein bisschen knapp und so bauen sie diese riesen Häuser direkt neben- und voreinander. Die meiste Zeit hat man also die gegenüberliegende Häuserseite als Aussicht. Da haben wir in unserer jetzigen Wohnung es noch relativ gut. Wir schauten uns auch eine tolle Wohnung im 32. Stock an mit freier Aussicht auf den Da Shu Berg. Das war wirklich schön, aber dafür war es eine Wohnung in der Mitte mit keiner Aussicht nach hinten und vor allem 50.000 EUR teurer.

Eigentumswohnung

Ja, wir haben eine Wohnung gekauft.

Wir verdienen ja ganz gut hier und bevor das Geld auf dem Bankkonto vergammelt, wollten wir es in eine Wohnung stecken. Wir waren letztes Jahr ja schonmal kurz davor, eine zu kaufen, da die Abteilung in welcher meine Frau arbeitet in ein neues Gebäude umzieht. Der Kauf klappte dann aber nicht, weil wir noch nicht genug Geld für die erste Anzahlung zusammen hatten. Nun haben wir genug Geld zusammen und… die Preise sind schon wieder soviel höher, dass es schon wieder nicht ganz reichte. Aber dank der Hilfe des Krankenhauses klappts nun doch, denn wir haben einfach einen separaten Wohnungsfond von dem wir gar nichts wussten und da mittlerweile auch schon wieder paar tausende Euro drauf sind.

Wichtiges:

89 m² – Wobei es eher ca. 67 richtige m² sind, da in China sowas wie Balkon und sogar Fahrstuhl und anderer „Public Space“ dazu gezählt wird. Diese Schlingel! Ja, ist ziemlich klein, aber bei den Preisen können wir uns nicht mehr leisten. Es wäre auch ein bisschen unnötig für 2 Personen (+ 2 Katzen).
160.000 € – War das Günstigste, was wir so finden konnten, wo Entfernung zur Arbeit, Aussicht, Gegend, etc. passte. Auch war die Anzahlung von knapp 42.000 € machbar bei so einem niedrigen Preis. In China muss man ja mindestens ein Drittel direkt anzahlen, sonst gibts nix. Des Weiteren zahlen wir theoretisch nur 130 EUR mehr im Monat als ohnehin schon (jetzige Miete + 130 EUR = gesamte Rate für die Wohnung monatlich).
20. Stockwerk – Schön hoch, aber nicht zu hoch. Wir schauten uns mal eine Wohnung im 32. Stock an, aber da fährt man  sprichwörtlich 2 Minuten mit dem Aufzug. Und das nur, wenn sonst keiner mitfahren will. Wenn Rush-Hour morgens ist, kann sich der Weg schon einmal um 5 – 10 Minuten (!) verlängern. Und wenn ich eine schön hohe Aussicht genießen will, gehe ich einfach auf unser Dach.
Nette Gegend – Ein Outlet Center und ein schöner See samt Park ist nebenan. Die Wohnung ist auch in der Nähe vom Da Shu Berg samt riesigem Naturareal (inkl. Tempel, Zoo, etc.). Ansonsten ist es natürlich am Arsch der Welt, d. h. am Rande von Hefei. Wenn man bei mir aufs Dach geht, sieht man auf der einen Seite Zivilisation und Häuser und auf der anderen Seite sprichwörtlich nichts mehr. Nur noch Felder und Bauern. Aber dennoch eine schöne Gegend, weil U-Bahn Linie 2 Endstation direkt vor unserem Häuschen ist. Damit ist man dann in 20 min. in der Innenstadt, z. B. wo wir jetzt wohnen. Das ist meines Erachtens super okay. Nicht wie in Shanghai, wo man schonmal locker eine Stunde und mehr fahren muss.

Der Look:

Die Wohnung sieht zur Zeit noch so aus:

 


In China kauft man überwiegend Rohbau und richtet es sich dann ganz nach eigenen Vorstellungen (dazu an anderer Stelle mal mehr) ein. Wir hätten gerne schon eine fertige gehabt wegen Einzugsdatum, aber das war immer recht teuer. Außerdem können wir nun wirklich alles recht gut optimieren. Details wie Steckdosenpositionen aussuchen, zur Not Wände raushauen, Kabelkanal beim TV direkt in die Wand kloppen lassen, Ethernetanschluss beim TV (!), aber ntürlich auch wichtige Dinge wie: Welcher Boden, Decken, Türen, Farbe der Türen, einfach alles.

Die Aussicht:

Die Aussicht ist leider nicht ganz optimal, aber das Beste, was wir so finden konnten. Die ganzen Wohnhäuser sind mittlerweile so eng beieinander gebaut, dass man ständig das gegenüberliegende Haus vor der Nase hat. Mit Aussicht ist dann nicht mehr viel. Auch jetzt haben wir Häuser vor uns, aber immerhin bisschen mehr Platz dazwischen. Auf der anderen Seite haben wir gar komplett freie Sicht.

Aussicht aus Wohnzimmer / Schlafzimmer:
Nicht optimal, aber immerhin noch akzeptabel. Wir sahen schon viel Schlimmeres.

Aussicht aus Gästezimmer / Küche / Büro:
Meines Erachtens relativ „schön“, da weitläufig und schon noch bisschen was zu sehen. Mir persönlich gefällt ja so ein Häusermeer immer.

Unter unserem Küchenfenster:
Als besonderes Schmankerl gibt es unter unserem Küchenfenster Wasserbüffel. Ich erwähnte es ja schon, aber unsere Wohngegend ist wirklich das Ende der Zivilisation.  Hühner gibt’s auch und ein paar alte, vergammelte Häuser mit Bauern stehen da auch noch rum. Die werden sicherlich bald abgerissen. Wenn nicht, kriege ich dort immerhin schön günstige gebratene Nudeln.

Auf dem Dach:

Das Outletcenter:

Häuser mit Da Shu Berg im Hintergrund:

Häuser, Häuser, Häuser:

Ja, er lebt noch…

Lange kein Update mehr hier. Das hat zwei Gründe. 1) Im Moment ist einfach nicht so die Zeit da, da die Arbeitswoche in China teilweise von Montag bis Sonntag geht und 2) immer wenn dann mal Zeit da ist und ich etwas posten will, dann funktioniert das Internet nicht gescheit und ich komme nicht auf WordPress. Es ist zum Verzweifeln manchmal. Aber, ich gelobe Besserung und demnächst dürfte ein etwas größeres Update kommen mit hoffentlich vielen Folgeposts.

Man darf gespannt sein.

Stupid Dog

Fahrräder zum Ausleihen

In China gibt es nun seit ein paar Monaten Fahrräder zum Ausleihen. Diese sind ansich nichts neues und etwas ähnliches sah ich schon vor 10 – 15 Jahren in Deutschland. Es gibt jedoch vier Dinge, welche die chinesischen Fahrräder etwas besonders machen:

1 – Stationsfrei
Das erste, was mir auffiel war, dass man die Fahrräder ausleihen und wieder abstellen kann, wo man möchte. Es gibt keine Stationen zu welchen man fahren muss und somit kann man theoretisch direkt bis vor die Haustür fahren und es dort abstellen. Das ist einfach super bequem und meines Erachtens genau so, wie es sein sollte. Wenn man an Stationen gebunden ist und keine in der Nähe seiner Wohnung hat, dann muss man ja doch wieder laufen.

2 – Preis
Bei den günstigsten Fahrrädern kostet eine Stunde 1 Yuan, was ca. 0,14 € entspricht. Das ist wunderbar günstig und eigentlich für jeden erschwinglich.

3 – Menge
China ist ein sehr bevölkerungsreiches Land. Man hört immer wieder davon, aber wenn man nicht wenigstens einmal hier gewesen ist, dann kann man sich einfach nicht vorstellen, wie unfassbar viele Menschen es hier wirklich gibt. Das hat ein paar Vorteile. So zum Beispiel mit den Fahrrädern. Dadurch, dass der Markt so riesig ist (und noch ein paar anderen Faktoren, wie die technische Neugier der Chinesen) gibt es nun von mehreren Herstellern jeweils TAUSENDE solcher Fahrräder. Sie sind wirklich ÜBERALL und man muss kaum mehr als 5 m laufen, um eines zu finden. Das ist höchst bequem und macht die Fahrräder gerade für kurze Strecken perfekt.

4 – Einfache Benutzung
Dadurch, dass die Chinesen keine Angst vor neuer Technik haben, ist die Bedienung der Fahrräder auch denkbar einfach. Jeder Stadtbewohner jünger als 80 Jahre hat eigentlich ein Handy. Mit diesem Handy wird dann ein QR Code auf dem Fahrrad abgescannt und bezahlt wird direkt mit entweder dem chinesischen PayPal namens „Ali Pay“ oder dem Bezahlsystem des chinesischen What’s Apps namens „WeChat“. Die Fahrräder haben alle GPS Sensoren und wenn man die entsprechende Fahrradhersteller App herunterlädt, dann sieht man auf einer Landkarte, wo es die nähsten Fahrräder gibt.

Die Punkte 1 und 3 haben jedoch auch Nachteile. Aufgrund dem Fehlen einer Station, stehen die Fahrräder sprichwörtlich überall herum. Überall. In Shenzhen hat das an einem langen Wochenende so überhand genommen, dass der komplette Strand voller Fahrräder war und die Stadt sie mit Großmaschinen wegräumen musste. Des Weiteren gibt es natürlich auch Leute, welche die Fahrräder einfach mit nach Hause nehmen. Direkt in die Wohnung.

Alles in allem finde ich die Sache aber gut. Auch wenn ein paar Fahrräder natürlich ausgenommen / demontiert werden oder in einem Gebüsch landen, so überwiegt der Vorteil im Moment noch klar. Hier in Hefei ist es auch (noch?) nicht so übertrieben wie in Shenzehn, von daher kann man sich eigentlich nicht beschweren.

Fake Geschäfte

Hin und wieder sieht man in China fake Geschäfte, genauer gesagt temporäre Geschäfte. Diese sind leer und geschlossen, haben aber eine recht aufwändige Beschriftung an den Fenstern. Inklusive Firmenlogo in 3D Buchstaben. Das sieht man dann meistens bei Neubaugebieten, wo die Läden noch nicht alle vermietet sind, es aber schonmal „eingelebt“ aussehen soll. Interessant finde ich dabei, wie diese temporäre Beschriftung oft aufwändiger ist, als in Deutschland bei richtigen Geschäften. Während sich in Deutschland kaum ein Klein- oder Mittelständisches Unternehmen 3D Buchstaben leistet, so ist das in China bei den enormen Preisunterschieden natürlich kein Problem. Selbst für temporäre Shopfronten.

Guerilla Gärtnern in China

Die Chinesen essen gerne frisch. Das zeigt sich unter anderem daran, dass man im Supermarkt lebendige Fische oder auf dem Markt lebendige Hühner kaufen kann. Aber auch beim Gemüse muss es frisch sein. Viele Chinesen – vor allem ältere – gehen früh auf den Markt, um Gemüse zu kaufen. Und das jeden Tag.

Viele jedoch, die bauen direkt ihr eigenes Gemüse an. Wie das in einer 7 Millionenstadt mit unendlich vielen Hochhäusern geht? Kein Problem, man nutzt einfach öffentliche Flächen oder auch gerne mal das Dach des 24-stöckigen Hochhauses in welchem man lebt. Des öfteren sieht man hier am Straßenrand auf einmal Salat und Frühlingszwiebeln wachsen. Wenn ich mein Ebike am Krankenhaus parke, dann wächst da auch schonmal Gemüse neben dem Zaun. Ich persönlich finde das ganz interessant und hätte nichts dagegen, wenn das in Deutschland auch in der Innenstadt so aussähe. 🙂

Das Gemüse, welches an dem Bäumchen da wächst – wo sicher viele Hunde ihr Revier markieren – das müsste ich jedoch nicht essen.

Bällebad in China

Nach dem Motto „Wenn schon, denn schon“!

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