The Real China Experience

我的生活在中国

Fahrräder zum Ausleihen

In China gibt es nun seit ein paar Monaten Fahrräder zum Ausleihen. Diese sind ansich nichts neues und etwas ähnliches sah ich schon vor 10 – 15 Jahren in Deutschland. Es gibt jedoch vier Dinge, welche die chinesischen Fahrräder etwas besonders machen:

1 – Stationsfrei
Das erste, was mir auffiel war, dass man die Fahrräder ausleihen und wieder abstellen kann, wo man möchte. Es gibt keine Stationen zu welchen man fahren muss und somit kann man theoretisch direkt bis vor die Haustür fahren und es dort abstellen. Das ist einfach super bequem und meines Erachtens genau so, wie es sein sollte. Wenn man an Stationen gebunden ist und keine in der Nähe seiner Wohnung hat, dann muss man ja doch wieder laufen.

2 – Preis
Bei den günstigsten Fahrrädern kostet eine Stunde 1 Yuan, was ca. 0,14 € entspricht. Das ist wunderbar günstig und eigentlich für jeden erschwinglich.

3 – Menge
China ist ein sehr bevölkerungsreiches Land. Man hört immer wieder davon, aber wenn man nicht wenigstens einmal hier gewesen ist, dann kann man sich einfach nicht vorstellen, wie unfassbar viele Menschen es hier wirklich gibt. Das hat ein paar Vorteile. So zum Beispiel mit den Fahrrädern. Dadurch, dass der Markt so riesig ist (und noch ein paar anderen Faktoren, wie die technische Neugier der Chinesen) gibt es nun von mehreren Herstellern jeweils TAUSENDE solcher Fahrräder. Sie sind wirklich ÜBERALL und man muss kaum mehr als 5 m laufen, um eines zu finden. Das ist höchst bequem und macht die Fahrräder gerade für kurze Strecken perfekt.

4 – Einfache Benutzung
Dadurch, dass die Chinesen keine Angst vor neuer Technik haben, ist die Bedienung der Fahrräder auch denkbar einfach. Jeder Stadtbewohner jünger als 80 Jahre hat eigentlich ein Handy. Mit diesem Handy wird dann ein QR Code auf dem Fahrrad abgescannt und bezahlt wird direkt mit entweder dem chinesischen PayPal namens „Ali Pay“ oder dem Bezahlsystem des chinesischen What’s Apps namens „WeChat“. Die Fahrräder haben alle GPS Sensoren und wenn man die entsprechende Fahrradhersteller App herunterlädt, dann sieht man auf einer Landkarte, wo es die nähsten Fahrräder gibt.

Die Punkte 1 und 3 haben jedoch auch Nachteile. Aufgrund dem Fehlen einer Station, stehen die Fahrräder sprichwörtlich überall herum. Überall. In Shenzhen hat das an einem langen Wochenende so überhand genommen, dass der komplette Strand voller Fahrräder war und die Stadt sie mit Großmaschinen wegräumen musste. Des Weiteren gibt es natürlich auch Leute, welche die Fahrräder einfach mit nach Hause nehmen. Direkt in die Wohnung.

Alles in allem finde ich die Sache aber gut. Auch wenn ein paar Fahrräder natürlich ausgenommen / demontiert werden oder in einem Gebüsch landen, so überwiegt der Vorteil im Moment noch klar. Hier in Hefei ist es auch (noch?) nicht so übertrieben wie in Shenzehn, von daher kann man sich eigentlich nicht beschweren.

Fake Geschäfte

Hin und wieder sieht man in China fake Geschäfte, genauer gesagt temporäre Geschäfte. Diese sind leer und geschlossen, haben aber eine recht aufwändige Beschriftung an den Fenstern. Inklusive Firmenlogo in 3D Buchstaben. Das sieht man dann meistens bei Neubaugebieten, wo die Läden noch nicht alle vermietet sind, es aber schonmal „eingelebt“ aussehen soll. Interessant finde ich dabei, wie diese temporäre Beschriftung oft aufwändiger ist, als in Deutschland bei richtigen Geschäften. Während sich in Deutschland kaum ein Klein- oder Mittelständisches Unternehmen 3D Buchstaben leistet, so ist das in China bei den enormen Preisunterschieden natürlich kein Problem. Selbst für temporäre Shopfronten.

Guerilla Gärtnern in China

Die Chinesen essen gerne frisch. Das zeigt sich unter anderem daran, dass man im Supermarkt lebendige Fische oder auf dem Markt lebendige Hühner kaufen kann. Aber auch beim Gemüse muss es frisch sein. Viele Chinesen – vor allem ältere – gehen früh auf den Markt, um Gemüse zu kaufen. Und das jeden Tag.

Viele jedoch, die bauen direkt ihr eigenes Gemüse an. Wie das in einer 7 Millionenstadt mit unendlich vielen Hochhäusern geht? Kein Problem, man nutzt einfach öffentliche Flächen oder auch gerne mal das Dach des 24-stöckigen Hochhauses in welchem man lebt. Des öfteren sieht man hier am Straßenrand auf einmal Salat und Frühlingszwiebeln wachsen. Wenn ich mein Ebike am Krankenhaus parke, dann wächst da auch schonmal Gemüse neben dem Zaun. Ich persönlich finde das ganz interessant und hätte nichts dagegen, wenn das in Deutschland auch in der Innenstadt so aussähe. 🙂

Das Gemüse, welches an dem Bäumchen da wächst – wo sicher viele Hunde ihr Revier markieren – das müsste ich jedoch nicht essen.

Bällebad in China

Nach dem Motto „Wenn schon, denn schon“!

Schutzfolie

Eine chinesische Eigenart, mit welcher ich mich nicht so recht anfreunden kann, ist das Dranlassen von Schutzfolie. Irgendwie wird in China ständig die zum Schutz aufgeklebte Folie an den jeweiligen Objekten gelassen. Und das kann von Türen über Fenster bis hin zu Elektrorollern reichen. Egal was und wo, die Chinesen bevorzugen anscheinend eine irgendwann von alleine abblätternde Folie, als Kratzer im neuen Lack. Oder es interessiert einfach keinen, das kann auch gut sein. Manchmal ist die Schutzfolie klar und fällt kaum auf, da kann ich es noch verstehen. Aber wenn man sich eine braune Tür kauft und die blaue Schutzfolie so lange drauf lässt, bis sie sich von alleine abblättert, also… ich weiß nicht.

Chinesische Steckdosen

Ich finde ja übrigens chinesische Steckdosen recht cool. Schaut euch das Bild mal an. Aus der Steckdose kommen 220 Volt und es passen sowohl deutsche, als auch USA / Japan und eben chinesische Standardstecker rein. Das ist einerseits für mich ganz super, da ich meine Kaffeemaschine einfach so ohne Adapter einstöpseln kann und andererseits hat es den unerwarteten Vorteil, dass man eine Steckdose unter Umständen zweifach belegen kann. Einmal mit dem unteren chinesischen Standardstecker und zusätzlich auch dieses USA / Japan Dings, da viele Geräte in China den gleichen Stecker benutzen wie USA / Japan.

Das nur mal so am Rande.

Frühlingsfest

Gestern war Laternenfest und somit offiziell das Frühlingsfest beendet. Ich persönlich bin fast froh, dass ich wieder arbeiten gehen kann, denn leider ist das Frühlingsfest meiner Meinung nach nicht so optimal.

Seit Oktober des letzten Jahres arbeitete ich von Montag bis Sonntag. Ich stand ca. 07:00 Uhr auf und kam ca. 18:00 Uhr nach Hause. Das ist wirklich nicht viel Freizeit und alle, die sich in Deutschland beschweren, dass das Wochenende zu kurz ist, die sollten so etwas mal ausprobieren. Wenn man wirklich gar kein Wochenende hat, dann ist sogar ein halber freier Tag auf einmal eine regelrechte Wohltat! Ich freute mich also auf das Frühlingsfest, wo ich endlich mal ausschlafen und machen konnte, was ich wollte.

Wir planten einen Kurzausflug nach Hangzhou. Dort angekommen stellten wir dann leider sehr schnell fest, dass es echt keine gute Idee ist, wenn ein Land mit knapp 1,4 Milliarden Einwohnern zur gleichen Zeit Feiertag hat und alle reisen wollen. Es waren einfach zu viele Menschen unterwegs. Das ist mit keinem Festival, mit keinem Sommerschlussverkauf, nein, einfach mit keiner Menschenmasse in Deutschland zu vergleichen.

Man konnte wirklich kaum laufen und natürlich auch kaum etwas machen. Am berühmten West-See tummelten sich hunderte von Menschen auf Pfaden, wo eigentlich maximal 2 Personen nebeneinander hinpassen. Brücken, die über den West-See verteilt sind und keine Geländer haben, waren voll von Menschen. Das keiner ins Wasser fiel ist wahrlich ein Wunder. Fotos kann man dann natürlich auch keine machen und selbst so etwas einfaches wie irgendetwas essen wird zur Geduldsprobe. In die Stadt kann man auch nicht gehen, da einfach alle Geschäfte geschlossen haben und die Straßen praktisch leer sind. Man kann das Frühlingsfest in China am ehesten mit Weihnachten in Deutschland vergleichen. Und jetzt stellt euch einfach vor, die Weihnachtsfeiertage wären 2 Wochen lang. So ist das hier.

Als wir wieder zuhause waren (wir reisten frühzeitig ab) kam dann auch schon die Familie meiner Frau zu Besuch und auch wenn ich zu Hause war und nichts zu tun hatte, so ist das auch nicht so wirklich das gleiche wie „Freizeit“. Nach draußen gehen, Hefei besichtigen, rumlaufen und Fotos machen war leider auch keine gute Idee, da es zu der Zeit wirklich bitterkalt war. Man muss seine unfassbar wertvollen 2 Wochen Freizeit sprichwörtlich verschwenden. Eine Schande.

Nächstes Jahr fliege ich einfach nach Deutschland und versuche, dem ganzen Wahnsinn hier zu entgehen.

Ja, ich lebe noch.

Keine Sorge, es geht uns gut. Hatte nur seit Oktober 2016 so gut wie keine freie Zeit mehr (ja, auch Samstag / Sonntag. Dazu aber später mal mehr). Will aber versuchen, mal wieder mehr zu schreiben, denn langweilig wird es hier ja eigentlich kaum. 

Der nächste größere Beitrag kommt demnächst.

Mitarbeitermotivation

In China sieht man häufiger mal die ganze Belegschaft eines Geschäftes vor selbigem stehen, während sie gerade von den Oberen motiviert, belehrt oder aufgeklärt werden. Oft natürlich mit Megaphon oder Lautsprecher und manchmal wird auch einfach getanzt. 

Random Fotos

Und hier noch geschwind ein paar Bilder aus Hefei.

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