The Real China Experience

我的生活在中国

Bällebad in China

Nach dem Motto „Wenn schon, denn schon“!

Schutzfolie

Eine chinesische Eigenart, mit welcher ich mich nicht so recht anfreunden kann, ist das Dranlassen von Schutzfolie. Irgendwie wird in China ständig die zum Schutz aufgeklebte Folie an den jeweiligen Objekten gelassen. Und das kann von Türen über Fenster bis hin zu Elektrorollern reichen. Egal was und wo, die Chinesen bevorzugen anscheinend eine irgendwann von alleine abblätternde Folie, als Kratzer im neuen Lack. Oder es interessiert einfach keinen, das kann auch gut sein. Manchmal ist die Schutzfolie klar und fällt kaum auf, da kann ich es noch verstehen. Aber wenn man sich eine braune Tür kauft und die blaue Schutzfolie so lange drauf lässt, bis sie sich von alleine abblättert, also… ich weiß nicht.

Chinesische Steckdosen

Ich finde ja übrigens chinesische Steckdosen recht cool. Schaut euch das Bild mal an. Aus der Steckdose kommen 220 Volt und es passen sowohl deutsche, als auch USA / Japan und eben chinesische Standardstecker rein. Das ist einerseits für mich ganz super, da ich meine Kaffeemaschine einfach so ohne Adapter einstöpseln kann und andererseits hat es den unerwarteten Vorteil, dass man eine Steckdose unter Umständen zweifach belegen kann. Einmal mit dem unteren chinesischen Standardstecker und zusätzlich auch dieses USA / Japan Dings, da viele Geräte in China den gleichen Stecker benutzen wie USA / Japan.

Das nur mal so am Rande.

Frühlingsfest

Gestern war Laternenfest und somit offiziell das Frühlingsfest beendet. Ich persönlich bin fast froh, dass ich wieder arbeiten gehen kann, denn leider ist das Frühlingsfest meiner Meinung nach nicht so optimal.

Seit Oktober des letzten Jahres arbeitete ich von Montag bis Sonntag. Ich stand ca. 07:00 Uhr auf und kam ca. 18:00 Uhr nach Hause. Das ist wirklich nicht viel Freizeit und alle, die sich in Deutschland beschweren, dass das Wochenende zu kurz ist, die sollten so etwas mal ausprobieren. Wenn man wirklich gar kein Wochenende hat, dann ist sogar ein halber freier Tag auf einmal eine regelrechte Wohltat! Ich freute mich also auf das Frühlingsfest, wo ich endlich mal ausschlafen und machen konnte, was ich wollte.

Wir planten einen Kurzausflug nach Hangzhou. Dort angekommen stellten wir dann leider sehr schnell fest, dass es echt keine gute Idee ist, wenn ein Land mit knapp 1,4 Milliarden Einwohnern zur gleichen Zeit Feiertag hat und alle reisen wollen. Es waren einfach zu viele Menschen unterwegs. Das ist mit keinem Festival, mit keinem Sommerschlussverkauf, nein, einfach mit keiner Menschenmasse in Deutschland zu vergleichen.

Man konnte wirklich kaum laufen und natürlich auch kaum etwas machen. Am berühmten West-See tummelten sich hunderte von Menschen auf Pfaden, wo eigentlich maximal 2 Personen nebeneinander hinpassen. Brücken, die über den West-See verteilt sind und keine Geländer haben, waren voll von Menschen. Das keiner ins Wasser fiel ist wahrlich ein Wunder. Fotos kann man dann natürlich auch keine machen und selbst so etwas einfaches wie irgendetwas essen wird zur Geduldsprobe. In die Stadt kann man auch nicht gehen, da einfach alle Geschäfte geschlossen haben und die Straßen praktisch leer sind. Man kann das Frühlingsfest in China am ehesten mit Weihnachten in Deutschland vergleichen. Und jetzt stellt euch einfach vor, die Weihnachtsfeiertage wären 2 Wochen lang. So ist das hier.

Als wir wieder zuhause waren (wir reisten frühzeitig ab) kam dann auch schon die Familie meiner Frau zu Besuch und auch wenn ich zu Hause war und nichts zu tun hatte, so ist das auch nicht so wirklich das gleiche wie „Freizeit“. Nach draußen gehen, Hefei besichtigen, rumlaufen und Fotos machen war leider auch keine gute Idee, da es zu der Zeit wirklich bitterkalt war. Man muss seine unfassbar wertvollen 2 Wochen Freizeit sprichwörtlich verschwenden. Eine Schande.

Nächstes Jahr fliege ich einfach nach Deutschland und versuche, dem ganzen Wahnsinn hier zu entgehen.

Ja, ich lebe noch.

Keine Sorge, es geht uns gut. Hatte nur seit Oktober 2016 so gut wie keine freie Zeit mehr (ja, auch Samstag / Sonntag. Dazu aber später mal mehr). Will aber versuchen, mal wieder mehr zu schreiben, denn langweilig wird es hier ja eigentlich kaum. 

Der nächste größere Beitrag kommt demnächst.

Mitarbeitermotivation

In China sieht man häufiger mal die ganze Belegschaft eines Geschäftes vor selbigem stehen, während sie gerade von den Oberen motiviert, belehrt oder aufgeklärt werden. Oft natürlich mit Megaphon oder Lautsprecher und manchmal wird auch einfach getanzt. 

Random Fotos

Und hier noch geschwind ein paar Bilder aus Hefei.

E-Bike

Haben uns nun endlich mal ein sogenanntes E-Bike gekauft. Praktisch ein Roller mit Elektromotor. Die Dinger fahren ja hier in China überall herum und man erkennt schnell die Vorteile. Sie sind klein, wendig, schnell und dadurch kommt man natürlich super durch den teilweise zähflüssigen Verkehr. Des Weiteren sind sie günstig in der Anschaffung (200 – 400 EUR) und günstig im Unterhalt (bisschen Strom). Damit herumfahren ist super bequem, zumal man dafür in China nicht einmal einen Führerschein braucht. Das führt natürlich dazu, dass alle nicht nur kreuz und quer, sondern teilweise auch wirklich haarsträubend durch die Straßen düsen. Naja und da es Elektro als Antrieb nutzt, gibt es auch keine Abgase, was gerade für China nicht so verkehrt ist. Meiner Meinung nach hilft da jeder Mikrogramm weniger CO2 in der Luft. Man muss sich nur mal vorstellen, wenn alle E-Bikes Verbrennungs- anstelle von Elektromotoren hätten. Oder noch schlimmer, manche Leute dann eher ein Auto hätten, anstatt eines Bikes. Es geht eigentlich gar nicht, E-Bikes sind ein muss in China.

Unser E-Bike kostete ca. 200 EUR und mit einer Batterieladung kommt man 50 km weit. Sollten die Batterien komplett leer sein dauert das Aufladen ca. 7 Stunden. Geschwindigkeit weiß ich gar nicht so recht, da es keinen Tacho hat, aber es geht schon ziemlich ab muss ich sagen. Die Beschleunigung ist einfach krass und Höchstgeschwindigkeit scheint mir bei ca. 50 km/h zu liegen. Das muss ich aber erst noch mit iPhone testen. In unserem Haus gibt es unten eine Art Garage, wo man sein Bike unterstellen und sogar aufladen kann. Das kostet dann 28 Yuan (ca. 3,75 EUR!) pro Monat (!) inkl. Strom. In der Garage wohnen auch Leute, die dann schön auf das E-Bike aufpassen. Einziger Nachteil, um 22 Uhr wird abgeschlossen und man kommt nicht mehr an sein Bike.

Und ja, im Straßenverkehr muss man natürlich aufpassen, da – wie schon gesagt – alle ziemlich verrückt hier herumfahren. Es passiert öfter mal, dass man einfach Gegenverkehr hat, von allen Seiten überholt wird, noch mind. 10 Leute schnell über die rote Ampel düsen und einem den Weg kreuzen oder andere wiederrum eine Vollbremsung hinlegen, weil ihnen gerade einfällt, dass sie genau jetzt, genau hier an der Bank anhalten müssen. Das alles führt dann dazu, dass jeder ständig am Aufpassen und vor allem Ausweichen ist. Wenn man eine grüne Ampel hat, dann sollte man langsam losfahren und vor allem noch einmal in alle Richtungen schauen, ob nicht noch ein Bus über die Kreuzung brettert oder 5 E-Bikes kommen, hehe. Des Weiteren gibt es ja extra Spuren für die E-Bikes, wo man dann keine Angst haben muss, dass man mit einem Auto zusammenkracht. Zumal die Spuren baulich getrennt sind.

Ich persönlich hätte unglaublich gerne so ein Ding in Deutschland. Es ist einfach das perfekte Sommervehikel für die Stadt und tausendmal besser als die unfassbar nervigen und lauten Roller / Mopeds, die wir so in Deutschland haben. Führerscheinpflicht für die Teile wäre natürlich auch kein Problem und sogar von Vorteil. Auf Amazon gibt es ähnliche Roller, die mit 500 EUR sogar gar nicht sooo teuer sind. Mal schauen, evtl. kaufe ich eins, wenn ich zurück in Deutschland bin. 🙂

Sommer in Hefei

Es war vor ein paar Wochen nun übrigens Hochsommer in Hefei. Und er machte seinem Namen alle Ehre. Während die iPhone Wetter-App immer ca. 38 °C anzeigte, so hatte ich schon länger das Gefühl, dass das einfach nicht sein kann. Immerhin stand zusätzlich darunter „gefühlte 44 °C“ was schon eher hinkam. Ein chinesischer Bekannter schickte mir dann das obige Foto und siehe da; es waren einfach locker 50 °C in Bodennähe. Ich wunderte mich schon oft, wie das Leute in z. B. Dubai aushalten, wenn es dort auch um die 50 °C hat. Nun weiß ich es.

Für alle, die so etwas noch nicht erlebt haben, hier ein paar Eindrücke. Es gibt da ein paar recht lustige Eigenheiten bei derartiger Hitze:

– Barfuß auf Asphalt laufen ist natürlich unmöglich, da dieser locker 70 °C hat und man sich schnell verbrennt.
– Ohne T-Shirt (oder komplett nackt) rumlaufen bringt keine Abkühlung.
– Kaltwasser aus der Dusche gibt es nicht mehr. Es gibt nur noch lauwarmes bis warmes Wasser.
– Eine „kühle Brise“ gibt es nicht. Wind oder Fahrtwind im Bus fühlt sich sprichwörtlich wie ein Haarfön an, da er ca. die gleiche Temperatur hat.
– Eis essen ist ein Wettlauf gegen die Zeit bzw. Hitze und fast unmöglich. Es schmilzt sprichwörtlich im Sekundentakt.
– Wenn man von schön auf 23 °C klimatisierten Räumlichkeiten dann zurück in diese Hitze muss, ist es noch unfassbarer und man wundert sich JEDESMAL wie heiß es eigentlich gerade ist.
– Wenn man halbwegs „erfrischend“ lauwarm geduscht hat, heizt man sich gleich wieder durch das Handtuch auf, da dieses auch ca. 40 °C hat. Kennt ihr diese warmen Tücher, die man in Massagesalons / SPAs bekommt? Jepp, genau so ist das.
– Man läuft ca. 10 m draußen herum und ist direkt durchgeschwitzt wie ein Marathonläufer.
– Das führt wiederrum dazu, dass es einem ständig (!) im Schritt (!) reibt (!), da einfach die Hosen komplett an einem kleben. Nicht schön.
– Der Kopf tut einem weh. Also nicht wie Kopfweh, eher so ein Pochen vor lauter Hitze. Eben wie, wenn man zu lange in der Sauna / unter knallender Sonne im Freibad sitzte.
– Bei längerem Herumlaufen draußen (länger, das heißt im Moment mehr als 10 Minuten) muss man echt seinen Kreislauf irgendwie zusammenhalten.
– Wenn ich meine Tasche mit zur Arbeit nehme und im Bus dann auf meinen Schoß lege, ist das wie ein Wärmekissen und ich schwitze direkt 5-fach soviel.
– Man kann leider sprichwörtlich nichts mehr draußen unternehmen, da man sonst nach spätestens 10 Minuten stirbt.
– Nach größeren Geschäften auf der Toilette muss man sprichwörtlich erst einmal was trinken.
– In’s Fitnessstudio gehen ist auf einmal trotz Klimaanlage im Fitnessstudio fast unmöglich.
– Bier muss man innerhalb 1 – 2 Minuten trinken sonst ist es nur noch warme Brühe.
– In Deutschland hasse ich Klimaanlage im Auto und will am liebsten immer mit offenem Fenster fahren, weil das einfach super ist. Schön warm draußen, frischer Wind, einfach schöner Sommer in Deutschland. Hier jedoch will ich jeden Uber bzw. Taxi Fahrer töten, welcher keine Klimaanlage anmacht und die Fenster aufhat. Stichwort: Haarfön im Gesicht für die Gänze der Fahrt.
– Man kann nicht mehr zuhause kochen, da der Gasherd die Küche zusätzlich um 5 – 10 °C aufheizt.
– Der Supermarkt stellte Bänke und Stühle vor seine Fernseher und zeigte Filme. Dort sitzen dann lauter Menschen und kühlen sich im Supermarkt ab. Überall „lungern“ die Leute rum, die zuhause keine Klimaanlage haben und wollen sich abkühlen. Zwischen den Waschmaschinen schlafen manchmal sogar welche.
– Man kann leider kein Street Food mehr draußen essen, da man ständig auf sein eigenes Essen schwitzt, weil es einem einfach nur so von der Stirn tropft wie in der Sauna.

Ein paar Vorteile gibt es aber auch:

– Man friert nicht. Nie. Never. Ever. In Deutschland kann es ja noch so heiß sein, irgendwie friert man ja doch manchmal. Sei es durch Verdunstungskälte am Körper, manchmal schon im Schatten, wenn eine frische Brise geht oder die kalte Dusche, die in Deutschland halt immer noch kalt ist irgendwie.
– Die Katzen sind wie sediert und liegen nur faul herum und strecken alle Viere von sich.
– Man kann zu Hause auf dem Steinboden Barfuß rumlaufen und es fühlt sich wie eine Fußbodenheizung an.
– Man muss Essensreste aus der Küche nicht extra aufwärmen.
– Geliefertes Essen ist immer noch schön heiß und nicht lauwarm.
– Wäsche trocknet ungelogen in 30 Minuten oder weniger. Je nach Stoff.
– Immerhin gibt es überall Klimaanlagen hier, nicht wie im Winter wo es dann überall kalt ist.

Naja, alles in allem wirklich interessant und schön, es mal erlebt zu haben. Definitiv eine interessante Erfahrung, die man mal machen sollte, damit man den Sommer in Deutschland evtl. etwas mehr schätzt. Hehe.

Deutschland in China 2

Hier noch ein paar Beispiele, wo einem manchmal Deutschland in China begegnet.

« Ältere Beiträge